Warum denn so verbissen.......

 

Beiß die Zähne zusammen, da musst Du jetzt durch....

oder

Schau doch nicht so verbisssen......

oder

Sich an etwas verbeißen......    

und und und....

 

Wer von uns kennt sie nicht, diese wunderschönen Phrasen? Muskuläres Fehlverhalten, das sich bereits seit Generationen in unserem Sprachgebrauch  vielfältig niederschlägt.

 

Und wenn wir dann Kopfschmerzen haben, dann sitzt uns etwas im Nacken.

 

Auf Sie zutreffend???

 

Ja, auf viele von uns, auf die meisten wahrscheinlich, die sich auf diese Seite durchgeklickt haben.

 

Achtung, Achtung, was machen Sie gerade mit Ihren Zähnen?

 

Ja, sie ist ernst gemeint, diese Frage!

 

Viele von uns beißen unter Konzentration extrem fest auf die Zähne. Zum Beispiel dann, wenn sie am Computer sitzen. Aber auch  in der Nacht, in der Schule, im Auto, sogar beim Radieschen pflücken.....

 

Beobachten Sie sich doch einmal.

 

 

Ja und?

 

Unsere Kaumuskulatur, die wir beim Zähnepressen überanstrengen, steht in direktem Zusammenhang mit der gesamten Kopf-/ Hals-/ Nacken- und Rumpfmuskulatur.

Und diese verspannt sich in Solidarität mit der Kaumuskulatur mit.

Mit bisweilen fatalen Folgen:

Verspannungskopfschmerz, Wirbelblockaden, Drehschwindel, Tinnitus, Schlafstörungen, Fehlstatik der gesamten Wirbelsäule, Beckenschiefstände, Konzentrationsprobleme .................    

All das und noch viel mehr kann durch Zähnepressen oder -knirschen verursacht oder verstärkt werden.

Und wenn die Zahn- und Kieferstellung dann nicht korrekt sind, werden diese Effekte häufig noch weiter verstärkt.

Und jetzt?

 

Zunächst gilt es zu klären, ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen den gefühlten Beschwerden, der Zahnstellung und einem vermuteten  muskulären Fehlverhalten besteht.

Um das herauszubekommen ist eine sogenannte Funktionsuntersuchung notwendig. Dabei wird neben der Zahnstellung auch die Kau- und Nackenmuskulatur und die Kieferbeweglichkeit untersucht.

Diese Untersuchung wird von der gesetzlichen Krankenkasse nicht bezahlt.

Sollte dann für uns ein Zusammenhang zwischen dem Kausystem und den empfundenen Beschwerden bzw. der Körperfehlhaltung vermutet werden, bitten wir unsere kieferorthopädischen Befunde von erfahrenen Orthopäden, Physiotherapeuten, Osteopathen oder anderen Therapeuten aus deren Perspektive überprüfen zu lassen.

 

 

Und wie gehts dann weiter?

 

Therapeutisch ergeben sich dann häufig verschieden Wege.

Oft hilft es bereits, mit Entspannungschienen die Kaumuskulatur zu entlasten und umzupositionieren. Hierfür verwenden wir meistens einen Bionator, der in einer sehr speziellen, meist von Cotherapeuten überprüften Position hergestellt wird.

Nur in seltenen Fällen setze ich eine Aufbissschiene ein.

Manchmal ist es sinnvoll, mit klassischen kieferorthopädischen Zahnstellungskorrekturen Zwangsbisse zu korrigieren, um damit der Muskulatur eine normale Beweglichkeit zu ermöglichen.

Für viele, sehr angespannte Patienten hat sich auch das Erlernen von Entspannungstechniken wie autogenem Training, Yoga oder Anderem sehr bewährt.

 

Wichtig, aber nicht immer ganz einfach ist, dass jeder die für sich passende Entspannungstechnik findet.